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žalni govor ob pogrebu Mirka Borotschnika

Spoštovana žalujoča družina, dragi sorodniki, prijatelji in znanci!
Liebe Trauergemeinde!

Die Nachricht vom Tod von Hofrat Dr. Mirko Borotschnik, dem leitenden Staatsanwalt in Klagenfurt, hat uns tief getroffen und fassungslos gemacht. Wir haben uns nämlich alle bereits daran gewöhnt, dass Sterben und Tod in die Lebensphase ab 80 fallen, nicht aber ins Alter von Anfang sechzig. Auch eine Herzoperation verursacht heute keine größeren Bedenken mehr, da die ärztliche Kunst sehr weit vorangeschritten ist und eine Herzoperation bereits zu einem Routineeingriff zählt. Umso größer ist daher unsere Betroffenheit über das Ableben Mirko Borotschniks.

Da ist ein Land der Lebenden – und da ist ein Land der Toten, sagt der Dichter. Dazwischen ist als Brücke unsere Liebe. Diese Brücke ist stark; sie wird lange halten; bei einigen von uns für alle Ewigkeit. Über das Land der Lebenden gemeinsam mit ihm haben wir viele Erinnerungen und könnten noch viel mehr erzählen, mehr noch, als die Zeit hier und heute reicht. Es ist eine Brücke, gebaut aus Steinen der Liebe, befestigt mit unseren Tränen, verfugt mit unseren Erinnerungen und unseren guten Gedanken.

Mirko Borotschnik entstammt einer einfachen slowenischen Familie aus dem Unterland aus Loibach/Libuče bei Bleiburg/Pliberk. Die tragische Geschichte seiner Familie mit der Vertreibung seiner Großeltern und dreier Onkels im Jahre 1942 sowie die Einberufung seines Vaters und eines weiteren Onkels zur Wehrmacht, der im Krieg dann den Tod fand, beeinflusste den im Jahre 1953 geborenen Mirko Borotschnik sehr. Diese Familiengeschichte hat ihn geprägt und in ihm den Entschluss reifen lassen, mit dem Instrumentarium des Rechtes für demokratische und gerechte Verhältnisse in der Gesellschaft zu sorgen. Er war Vorzugschüler im Slowenischen Gymnasium und absolvierte das Jusstudium in Wien in der Mindestzeit. Trotz intensiven Studiums fand er Zeit für das studentische Leben in der postachtundsechziger Ära. Er war Vorsitzender des Klubs slowenischer Studenten in Wien und stach schon damals mit brillianten Redebeiträgen und fundierten Analysen des Rechtssystems des österreichischen Minderheitenschutzes hervor. Er ist immer Vorzugschüler geblieben ohne aber penetrant oder überheblich zu sein. Dieser Eigenschaft ist er auch in seinem Berufsleben treu geblieben: er war unter den Ersten im Büro und fuhr täglich mit einem Stoß von Akten nach Hause, die er bereits im Zug und später zu Hause weiter bearbeitete. So erarbeitete er sich national und international den Ruf eines exzellenten Juristen. Darüber hinaus lernte er Sprachen, beschäftigte sich mit anderen Ländern und Kulturen und war auch im heimischen Kulturleben integriert. Ich fragte mich oft, wie Mirko Borotschnik das alles schafft.

Mirko Borotschnik zeichnete auch ein hohes Berufsethos und völlige Professionalität aus: als er zum leitenden Staatsanwalt ernannt wurde, fror er seine Mitgliedschaft im Vorstand des Zentralverbandes slowenischer Organisationen sofort ein, um auch so seine völlige Unabhängigkeit zu dokumentieren, wie er mir das erklärte, blieb aber ein kritischer, aber auch lojaler Wegbegleiter unserer Organisation. Zu seinem Berufsethos gehörte auch, dass er sich nie auf ein Essen oder einen Cafe einladen ließ. „Ein Staatsanwalt bezahlt seinen Cafe selbst“, erklärte er mir einmal und ließ überhaupt keine Diskussion darüber aufkommen.
Mirko Borotschnik war stolzer Angehöriger der slowenischen Minderheit in Kärnten und gleichzeitig Topjurist im Dienste der Republik Österreich. Er hat die Chancen, die unsere Republik der Jugend angeboten hat genützt. Die professionellen Anforderungen hat er mehr als erfüllt. Darin kommt wohl der Überzeugung zum Ausdruck, dass Professionalität das einzige Kriterium für das Fortkommen eines Bürgers dieser Republik sein darf, nicht aber politische, weltanschauliche oder ethnische Zugehörigkeiten. Und die Republik hat dies in seinem Fall auch so gehalten.
Da ist ein Land der Lebenden – und da ist ein Land der Toten, sagt der Dichter.
Über das Land der Toten, können wir nichts sagen. Dahin ist er nun unterwegs. Wir wissen nicht, wie es dort sein wird und was ihn dort erwartet. Wir können ihm nur hilflos nachblicken. Wir geben ihm aber unsere guten Wünsche mit für die Wege, die er nun geht, für das Land, das ihn erwartet.

Lieber Mirko, wir waren und wir bleiben stolz auf Dich und wir werden Deiner gedenken und als Vorbild in Erinnerung behalten. Vielleicht kann uns Der Kleine Prinz trösten, der sagte: „Es wird Euch Schmerz bereiten, ihr werdet denken, ich wäre tot, und das wird nicht wahr sein, ich werd‘ immer noch bei Euch sein“.
Lassen wir diese Brücke als Verbindung zu ihm stark sein; als Verbindung über die Grenze hinweg, über die Grenze zwischen dem Land der Lebenden und dem Land der Toten.

Draga žalujoča družina, spoštovani sorodniki, prijatelji in znanci!

Globoko sem ganjen in ne najdem ustreznih besed, s katerimi bi izrazil vse, kar čutim in kar bi rad povedal v tem trenutku. Ne morem verjeti, da se je iztekel čas, ki je bil odmerjen tebi dragi Mirko. Pred nekaj dnevi se je končala tvoja življenjska pot. Danes se neprestano sprašujemo, zakaj se je to moralo zgoditi. Smisla tvoje smrti ne bomo nikoli razumeli. Trda in neizprosna zemlja je spet dobila žrtev. Vzela je najboljše in najplemenitejše, kar so imeli tvoji najbljižji, a tudi mi prijatelji, znanci in sodelavci. Vzela je bitje prepojeno z dobroto, pridnostjo, tolerantnostjo in humanizmom.
Ko stojimo ob tvoji krsti in nas ne slišiš več, obujamo vse tisto, čemur pravimo lepo, dobro, pošteno, saj drugega nisi poznal.

Izgubili smo prepričanega in odprtega koroškega Slovenca, odličnega pravnika in vodjo državnega tožilstva na Koroškem, kritičnega in lojalnega sopotnika slovenskih organizacij na Koroškem in človeka, ki je z radovednostjo in intelektualno vnemo spremljal dogajanja doma in po svetu in bil odprt za nove izzive tako v manjšinski politiki kot tudi v družbenem življenju nasploh. Mirka Borotschnika je odlikovala toplina in empatija do sočloveka ter visoka stopnja poklicne etike. Užival je visok ugled med pravno stroko v Avstriji kot tudi preko državnih meja.

Dragi Mirko!
Bil si družinski človek in ponosen na družino in še posebej na tvoja dva otroka, ki sta sledila tvojim sledovom tako po pridnosti, kot tudi po intelektualni radovednosti in še prav posebej kot mlada kulturna ustvarjalca. Še posebej ponosen si bil na in podpiral ustanovitev K&K-centra v Šentjanžu, ki je postal baza za moderno odrsko dejavnost predvsem mladih. Tu so nastale važne odrske produkcije, ki so prejele pomembne teatrske nagrade v tu – in inozemstvu.

Želim se zahvaliti za vse kar si storil za nas v ožjem in širšem smislu; za nas kot koroške Slovence, ki smo te vedno radi vprašali za kak nasvet, kako strokovno mnenje in so bile tvoje besede vedno rade slišane, za nas , ki smo s teboj skupaj študirali in kreirali manjšinsko politiko 70-let in ne nazadnje za nas kot državljani R Avstrije, ki smo izgubili pomembnega uradnika avstrijskega pravnega sistema. Poznali smo te v lepi luči, saj si bil v prvi vrsti human človek, odprt za vse dobro.

Družini, sorodnikom in prijateljem, ki so te spoštovali in imeli radi izrekam najiskrenejše sožalje v imenu vse slovenskih organizacij na Koroškem, še posebej Zveze slovenskih organizacij in Društva slovenskih koroških pravnikov.

Ohranili te bomo v častnem spominu.