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17.05.2012
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Brezmejnost - Grenzenlos
PROJEKT „BREZMEJNOST/GRENZENLOS“ - Europäische territoriale Zusammenarbeit OP SI-AT 2007-2013 Termine Programm Rezensionen Kontakt
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Brezmejnost - Grenzenlos
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PROJEKT „BREZMEJNOST/GRENZENLOS“ - Europäische territoriale Zusammenarbeit OP SI-AT 2007-2013
Der Slowenische Kulturverband SPZ hat am 1. Juni 2009 die Arbeit am dreijährigen grenzüberschreitenden Projekt „Grenzenlos-Brezmejnost“ aufgenommen (2009-2011). Das Vorhaben wird im Rahmen des Programms „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ finanziert und gemeinsam mit der Gemeinde Ravne na Koroškem und dem öffentlichen Fonds für kulturelle Aktivitäten der Republik Slowenien durchgeführt.

Das Projekt thematisiert das Leben an der Grenze zwischen Kärnten und Slowenien, die keine mehr ist. Die Schengengrenze ist gefallen, doch im Bewusstsein der Menschen lebt sie vielfach noch weiter. Thematisch soll dabei das Überwinden dieser Grenze – sei es beruflich bedingt, wirtschaftlich notwendig, kulturell motiviert oder einfach zur Freizeitgestaltung – erkundet werden. Das Ziel ist auch, im Rahmen des vereinten Europa den ideologisch verzerrte Mythos von der »Unüberwindlichkeit« der Grenze endgültig zu überwinden.

Die „Überwindung“ von Grenzen ist nicht nur ein politscher Akt, sonder vor allem ein Prozess, der in den Köpfen und Emotionen der Menschen stattfindet. Genau hier hat Kultur bzw. Kunst eine wesentliche Aufgabe zu erfüllen: als Reflexion auf Lebenswelten sowie als Entwurf möglicher neuer Formen des Zusammenlebens.

Das Gesamtprojekt „Grenzenlos-Brezmejnost“ besteht aus drei zusammenhängenden Jahresprojekten aus den Sparten Theater, Film und Kultur.

In dem Theaterprojekt „GRENZKAMPF - Prežihs Traum« wird auf der Grundlage des Werks des Schriftstellers Prežihov Voranc die Zeit zwischen Abwehrkampf und den 1930er Jahren lebendig. Es geht also um die theatralische Erforschung der Vergangenheit des Lebens in der Grenzregion.

In dem Dokumentarfilm „GRENZGÄNGER“ geht es um Menschen, die die Grenze zwischen Kärnten und Slowenien überschreiten. Der Film erzählt über die Gegenwart an der Grenze,über Menschen mit ihren Wünschen, Sehnsüchten und Bedürfnissen in einer sich wandelnden Struktur.

Das Kulturprogramm „GRENZENLOS“ baut auf diese beiden Projekte auf. In kulturellen Veranstaltungen, Filmvorstellungen, Konzerten, Lesungen, Diskussionen und Vorträgen geht es um die Zukunft der Region. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort sollen Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten erkundet werden, damit der Fall der Staatsgrenze auch eine Beseitigung der bewussten und unbewussten Begrenzungen der Menschen bewirkt.

In Summe ergibt das eine vielschichtige, vielfältige und sich ergänzende Auseinandersetzung mit der Absicht, das Zusammenleben der Menschen zu befördern und das Identifikationsgefühl der Einzelnen zu steigern. Nur wenn die emotionalen, mentalen und zwischenmenschlichen Voraussetzungen geschaffen werden, kann die Region ihre anderen Potenziale (in wirtschaftlicher, touristischer und lebensweltlicher Hinsicht) erst wirklich entfalten. In diesem Sinn sind Kunst und Kultur keine reine Behübschungen des Lebens, sondern wesentliche Generatoren für Weiterentwicklung und Humanität.

Termine
Premiere: 18.2.2010 Ravne na Koroškem ob 20:00

19.2.2010 Ravne na Koroškem ob 12:30
20.12.2010 Ravne na Koroškem ob 20:00

23.02.2010 Mežica ob 20:00

24.02.2010 Slovenj Gradec 20:00

09.03.2010 Villach(Congress Center Villach) 19:30
10.03.2010 Villach(Congress Center Villach) 19:30

08.04.2010 Klagenfurt Theater Halle 11 ob 19:30
09.04.2010 Klagenfurt Theater Halle 11 ob 19:30
10.04.2010 Klagenfurt Theater Halle 11 ob 19:30
11.04.2010 Klagenfurt Theater Halle 11 ob 19:30

Informationen:

Alina Zeichen
0650 261 57 05

Slowenischer Kulturverband
0463/51 43 00 22

samo.lampichler@slo.at
0660 301 42 62
Programm
1) THEATERPROJEKT „GRENZKAMPF – PREŽIHS TRAUM“

a) Inhaltliche Beschreibung

Prežihov Voranc (eigentlich Lovro Kuhar , geb. 10.08.1893 in Kotlje bei Ravne, gest. 18. Februar 1950 in Maribor) war einer der bedeutendsten slowenischen Erzähler des 20. Jahrhunderts.

Seine ersten Erzählungen wurden 1909 in der Klagenfurter slowenischen Zeitschrift Mir und in der Prager Zeitschrift Domači prijatelj veröffentlicht, er selbst als junger Gorki gefeiert. Von Beginn an schrieb er stets über seine engere slowenische Heimat und das spätere slowenisch-kärntnerische Grenzland. Seine Helden sind Kleinbauern, Landarbeiter, Mägde und Kinder. Sein Interesse gilt den sozialen Verhältnissen und den geschichtlichen Veränderungen des Grenzlandes nach dem Ersten Weltkrieg und zur Zeit der Volksabstimmung.

Das Theaterprojekt „GRENZKAMPF - PREŽIHS TRAUM“ bringt die Figuren von Prezihov Voranc auf die Bühne, die oft um ihre Existenz kämpfen und ihr Leben und ihre Wünsche den schwierigen Verhältnissen in dem ärmlichen Landstrich abtrotzen. Ein Kaleidoskop von Verlierern und Außenseitern, die um Leben und Überleben kämpfen. Nicht zuletzt die eindringlichen Porträts von Frauen und Kindern machen Prezihovs Literatur zu einem berührenden Dokument der sozialen Verhältnisse, und seine Beschreibung der Kärntner Volksabstimmung wirft ein ungewohntes Licht auf den durch Heroisierung und politische Instrumentalisierung verklärten Kärntner Mythos.

Im thematischen Zentrum steht, entsprechend der Leitidee des Gesamtprojekts, das vielfältige Auftauchen der Grenze in den Erzählungen und Geschichten von Prezihov Voranc. Die autobiografische Schilderung eines illegalen Grenzübertritts, um Frau und Kinder für wenige Stunden zu sehen, die Erlebnisse der Akteure rund um den „Abwehrkampf“. Während im Dokumentarfilm die Auswirkung der Auflösung der Grenze auf das Leben der Menschen untersucht wird, so thematisiert das Theaterstück das andere Ende dieser Geschichte: die Entstehung der Grenze im Jahr 1918 und die sozialen, wirtschaftlichen und psychischen Auswirkungen dieser Grenze auf das Leben von Menschen.

Das Ziel ist ein Theaterspektakel, in dem die einfachen Figuren des Dichters zentrale Stellungen einnehmen sollen. Ein Kaleidoskop der kleinen Menschen, ein beeindruckendes und berührendes Schauspiel über die Schwierigkeiten, die Ängste, Sorgen, aber auch die Wünsche und Hoffnungen der kleinen Leute am Land.

Das Stück ist zweisprachig - Deutsch und Slowenisch – und wird mit starken atmosphärischen Mitteln – Licht, Musik, Inszenierung – ausgestattet sein. Die visuelle Ästhetik soll das Theater zu einem suggestiven Erlebnis werden lassen, das an einzelnen Spielstätten der betreffenden Regionen aufgeführt wird.

Das Projekt ist interkulturell ausgelegt, die Beteiligten kommen aus den Regionen Kärnten und Slowenien. Der interkulturelle Crossover ist gleichermaßen Gegenstand des Vorhabens wie Maxime seiner Durchführung. Dabei kann auf ein bestehendes Netzwerk und die vielfältigen Erfahrungen zurückgegriffen werden, die der slowenische Kulturverband mit seinen vielfältigen Aktivitäten im Theaterbereich gesammelt hat.


2) DOKUMENTARFILM „GRENZGÄNGER“

a) Inhaltliche Beschreibung:

Die Grenze ist weg. Zwischen Österreich und Slowenien herrscht freie Fahrt. Noch nie sind sich die beiden Regionen so nahe gekommen. Die Idee Europas manifestiert sich in der Wirklichkeit. Der kleine Grenzverkehr fließt. Immer mehr Menschen wechseln über die Karawanken. Wirtschaftstreibende, Rechtsanwalte, Monteure, Bauarbeiter, Pendler, Spediteure, Bergsteiger, Urlauber, Ausflügler, Shopper, Politiker, Künstler, Wissenschaftler, u.v.m.

Von diesen Menschen handelt der Film. Menschen, die die Grenzen überschreiten: mit dem Auto, dem Fahrrad, zu Fuß, dem LKW oder der Bahn. Sie sind die ProtagonistInnen, die von einer Grenzregion im Wandel erzählen. Wo politische und ideologische Barrieren immer unwichtiger werden, auch wenn sie als Dämonen der Vergangenheit in manchen Köpfen noch herumgeistern. Sie sind die exemplarischen kleinen Helden des Alltags. Jede und jeder einzelne trägt eine Facette zu dem Gesamtbild bei. Das Ziel ist das Porträt von Menschen, die die Grenzregion bevölkern.

Der Protagonist des Films ist die – de jure nicht mehr existierende – Grenze. Nun hat eine Grenze – besteht sie nun aus Passübergängen, Bergen oder Ebenen – keine Emotionen, Sehnsüchte und Bedürfnisse. Es geht also natürlich um die Menschen, die auf beiden Seiten der Grenze leben. Sie sind die dokumentarischen ProtagonistInnen, indem sie uns Zuschauer miterleben lassen, wie sie an der Grenze leben und wann und warum sie sie überschreiten.
Das Thema wird durch sie zum Film. Mit den ProtagonistInnen erkunden wir auch eine interessante und vielfältige Naturlandschaft, die von den hier lebenden Menschen kultiviert, bewirtschaftet und verändert wird.

Die Schauplätze des Films sind die sechs Grenzübergänge von Kärnten nach Slowenien bzw. von Slowenien nach Kärnten:

von Fürnitz über den Wurzenpaß nach Kranska Gora bzw. umgekehrt;
von Rosenbach durch den Karawankentunnel nach Jesenice bzw. umgekehrt;
von Ferlach über den Loiblpaß nach Trzic bzw. umgekehrt;
von Eisenkappel über den Seebergsattel oder den Paulitschsattel in die Logarska Dolina bzw. umgekehrt;
von Bleiburg über Dolga Brda nach Prevalje und Ravne na Koroškem bzw. umgekehrt;
von Lavamünd die Drau entlang nach Dravograd bzw. umgekehrt.

Jeder dieser Routen soll mit Personen, die von Kärnten nach Slowenien fahren und solchen, die von Slowenien nach Kärnten fahren, erschlossen werden. Mit jeder Fahrt und jedem Protagonisten wird eine weitere Facette des kleinen Grenzverkehrs erkundet. Das Thema der Grenzüberschreitung wird so von Mal zu Mal vertieft und vorangetrieben. Am Ende setzen sich die einzelnen Facetten – wie sie durch die Protagonisten und ihre Fahrten über die nicht mehr existierende Grenze verkörpert werden – zu einem Gesamtbild dieses Landstrichs zusammen.

Es geht in dem Film um das Leben an der Grenze, mit all seinen Wünschen und Sehnsüchten. Am Schluss soll der Zuschauer Menschen kennengelernt und den Landstrich erforscht haben. Ein Jahr lang soll ein Filmteam an den 6 Grenzübergängen sein und den Wechsel zwischen den Ländern festzuhalten.

Das Resultat ist ein abendfüllender Dokumentarfilm (ca. 90) in den Sprachen Deutsch und Slowenisch. Die Filmpremieren finden im Volkskino in Klagenfurt, im Stadtkino-Center Villach, im Kino im Grenzlandheim in Bleiburg, im Kino Kreativ in Eisenkappel sowie in den Kinos von Kranj, Jesenice, Ljubljana und Maribor statt. Danach soll der Film auf dem nationalen und internationalen Markt angeboten werden und bei Festivals teilnehmen.


3) KULTURPROGRAMM „GRENZENLOS“

a) Inhaltliche Beschreibung:

Der Aufhänger des Kulturprogramms ist der Dokumentarfilm. Der Film geht auf Tournee durch alle Gemeinden und Orte, in denen er gedreht wurde bzw. die geografisch oder aus anderen Gründen mit dem Thema zu tun haben. In gewissem Sinn kommt also der Film zu den Menschen, von denen er handelt, zurück.

Die Filmemacher, ProtagonistInnen und andere an dem Film Beteiligte setzen sich mit den Leuten vor Ort mit dem Film auseinander. Die Absicht besteht darin, einen allgemeineren Reflexions- und Diskursprozess in Gang zu setzen, der das Miteinander der Menschen befördert und somit zur Idee der europäischen Integration beiträgt: in diesem Fall für die Annäherung und Verständigung zwischen einem „alten“ und einem „neuen“ EU-Mitgliedstaat. Insgesamt sind 40 Filmvorführungen - 20 in Kärnten, 20 in Slowenien – mit dem entsprechenden kulturellen Rahmenprogramm geplant.

Der Film wird von einem umfassenden Rahmenprogramm aus Diskussionen, Vorträgen, wissenschaftlichen, politischen und kulturellen Veranstaltungen begleitet. Das verbindende Thema, das in alle Einzelveranstaltungen hineinreichen soll, ist: die Grenze. Dieses Thema soll auf künstlerische Weise von „Grenzgängern“ in der Kunst und Kultur aufgegriffen werden, wobei dieser Begriff sowohl die Überschreitung von Landesgrenzen wie die Überschreitung von Grenzen in der Kunst meinen kann. Die eingeladenen Künstler sollen also in bezug zum Projekt stehen, weil sie die Grenze zwischen Slowenien und Kärnten überwinden, überbrücken, thematisieren und / oder weil sie innerhalb ihrer Disziplin an die Grenzen des Möglichen, des Erfahrbaren oder Darstellbaren gehen.

Die Veranstaltungen sollen einen direkten Beitrag zur gegenseitigen Verständigung liefern und zur Vertiefung der gegenseitigen Beziehungen führen. Bestimmte Veranstaltungen des Rahmenprogramms nehmen auch auf spezifische regionale Problemstellungen bezug, damit das Projekt eine entsprechende Breitenwirkung in der Bevölkerung entfalten kann.

Das Augenmerk beim Kulturprogramm liegt darauf, Akteure aus beiden Seiten zusammenzubringen. Egal, ob es sich um ein Konzert, eine Diskussion oder einen Vortrag handelt: in jedem Fall sollen Akteure aus Slowenien und Österreich ein Tandem bilden und der Veranstaltung einen grundsätzlichen Dialogcharakter geben.

In der Summe geben Kulturprogramm und Film eine wichtige Grundlage für eine Reflexion des Lebens in dieser Grenzregion. Davon sollen Impulse für weitergehende Vertiefung nachbarschaftlicher Beziehungen, dem Abbau von Vorurteilen und konkreten Visionen im Hinblick auf die europäische Integration ausgehen.

Der Film wird für den nationalen und internationalen Vertrieb angeboten und bei Kulturveranstaltungen, Filmfestivals und dergleichen präsentiert. Auch hier wird die Filmpräsentation wieder in ein kulturelles Rahmenprogramm eingebettet. Im Paket dient das Projekt somit als Präsentationsform und Werbeträger für die gemeinsame Region Kärnten-Slowenien, was weitere Impulse für die Region setzt.
Rezensionen
Kontakt
Projektleiter

Samo Lampichler
Tel.: +43(0)660 301 42 62

samo.lampichler@slo.at
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